Ölsäure wirkt gegen Herzkrankheiten

Gewisse Fettsäuren sollten möglichst gemieden werden, andere sind für den menschlichen Organismus unverzichtbar. Gesättigte Fettsäuren - der grösste Teil ist tierischer Herkunft - sind dem Organismus nicht sehr zuträglich. Die im Olivenöl enthaltene einfach ungesättigte Ölsäure ist aber ein wahres Gesundheitselixier.

Wissenschaftler haben festgestellt, dass es die einfach ungesättigten Fettsäuren sind - davon enthält das Olivenöl reichlich - , die den Cholesterin- Haushalt langfristig ins Gleichgewicht bringen. Dank dem Umdenken der Medizin wird dem Olivenöl seit ein paar Jahren eine hohe Aufmerksamkeit entgegengebracht. Koronaren Herzerkrankungen liegen sogenannte Risikofaktoren zu Grunde: Rauchen, hoher Blutdruck, hohes Blutcholesterin usw. Wird der Cholesteringehalt gesenkt, verringert sich statistisch nachweisbar das Auftreten von Herzkrankheiten.

Zwei Cholesterinarten werden unterschieden, das «Low Density Lipoprotein Cholesterol» (LDL-Cholesterin) und das «High Density Lipoprotein Cholesterol » (HDL-Cholesterin). Das LDL wird auch als das «böse» und das HDL als das «gute» Cholesterin bezeichnet. Ein hoher Gehalt an HDL-Cholesterin verringert das Krankheitsrisiko, höhere LDL-Cholesterinwerte erhöhen das Risiko einer koronaren Herzerkrankung.

Anders als mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die das Gesamtcholesterin verringern, senkt die im Olivenöl enthaltene einfach ungesättigte Ölsäure nur das «böse» LDL-Cholesterin. Wenn sich das LDL-Cholesterin in den Zellen der Innenwände von Blutgefässen ablagert, kann das zu Arteriosklerose und Herzinfarkt führen.

Das HDL-Cholesterin ist für den Transport des Cholesterins aus den Zellen in die Leber verantwortlich, wo es aboder umgebaut wird. Die einfach ungesättigte Fettsäure ist im Olivenöl bis zu 80 Prozent enthalten. Sie ist für ein günstiges Verhältnis zwischen «bösem» LDL-Cholesterin und «gutem» HDL-Cholesterin verantwortlich.

Es hat sich zudem gezeigt, dass das HDL-Cholesterin bei Testpersonen mit ölsäurereicher Ernährung widerstandsfähiger ist gegen Oxidation. Dies ist deshalb wichtig, weil diese Oxidierung krebserregende Stoffe, sogenannte «Freie Radikale», produziert. Erwiesen ist, dass in den Mittelmeerländern wesentlich weniger Menschen an Arteriosklerose und Herzinfarkt erkranken als nördlich der Alpen. Man weiss inzwischen, dass die Verwendung von Olivenöl als primäre Fettquelle dafür mitverantwortlich ist. Eine kürzlich durchgeführte Studie deutet darauf hin, dass die zusätzliche Aufnahme von Olivenöl bei einer ansonsten unveränderten Ernährung zu einer erheblichen Senkung des Blutdrucks führen kann - dieser Effekt war nur beim Olivenöl zu beobachten.

 

Nicht nur Genuss: Gutes Extra Vergine ist gesünder!

Top-Extra Vergine ist nicht nur besser, es ist auch gesünder als billiges Öl. Der Wert eines Olivenöles für die menschliche Ernährung hängt entscheidend von seinem Gehalt an phenolischen Verbindungen ab. Es handelt sich um jene antioxidativen Substanzen, denen heute eine grosse gesundheitliche Wirkung zugeschrieben wird.

Der toskanische Olivenölexperte Marco Mugelli: «Die Aussage: ‚Olivenöl ist gesund!‘ ist nicht korrekt. Richtig ist die Aussage ‚Olivenöl ist gesund, wenn es bestimmte Qualitätskriterien erfüllt.‘»

Bei einem frischen Olivenöl mit reichem, reintönigem Fruchtgeschmack kann von einem hohen Gehalt an phenolischen Verbindungen ausgegangen werden. Ein gutes Extra Vergine enthält je Liter öl 250-500 mg Polyphenole.

Der Grossteil der bekannten Handelsmarken hat wenig Polyphenol-Gehalt- nicht selten liegt er unter 100 Milligramm/Liter - , weil es sich in der Regel um Olivenöle mit fortgeschrittenem oxidativem Vorgang handelt. Es sind oft müde Öle, die einer aufmerksamen sensorischen Prüfung nicht standhalten würden.

Solch billige Extra Vergine enthalten dafür oft einen zu hohen Peroxid-Anteil und dessen schädliche Abbauprodukte. Peroxide entstehen durch Oxidation der Fettsäuren. Diese wird beschleunigt unter dem Einfluss von Sauerstoff, Licht und Wärme.

Aus Peroxiden und durch enzymatische Fermentationen entstehen Aldehyde, Ketone, Alkohole, die dem Öl den typischen Geruch der Ranzigkeit geben. Je frischer das Öl, je schonender es hergestellt wurde, desto geringer ist der Anteil an solchen Abbausubstanzen. Neuere Untersuchungen lassen vermuten, dass oxidativ geschädigte native Öle ungesund sind für die Leber.

 

Die Mittelmeerdiät

Die Ärzte sind sich einig: Eine gesunde Ernährung ist nicht eine Frage des Geschmacks oder der Interpretation von Einzelnen, sondern wurde von kompetenter Stelle verbindlich definiert. Im «Konsensus Statement» einigten sich auf der Internationalen Konferenz über mediterrane Ernährungsweise im Jahr 2000 in London 42 renommierte Ernährungswissenschaftler auf das, was man unter «gesunder Ernährung» zu verstehen hat. Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkorngetreide, Fisch, Nüsse und fettarme Milchprodukte: Die mediterrane Ernährung wird von der Forschung heute als die ideale Gesundheitsdiät angesehen.

«Traditionelle mediterrane Ernährung» steht für eine Ernährung, wie sie Anfang der Sechzigerjahre in einigen Mittelmeergebieten, beispielsweise auf Kreta, in Teilen des übrigen Griechenlands und in Süditalien typisch war: Eine Fülle regionaler, saisonal frischer Gemüse und frischer Früchte, täglich kleine Mengen von Milchprodukten (in erster Linie Käse und Jogurt), kleine Mengen von Fisch und Geflügel, maximal Eier pro Woche, geringe Mengen an rotem Fleisch und geringe bis mässige Mengen zu den Mahlzeiten getrunkenen Weins und Olivenöl als Hauptfettquelle.

Zur gleichen Zeit war die Lebenserwartung in den mediterranen Ländern eine der weltweit höchsten und koronare Herzerkrankungen, bestimmte Krebsarten und ernährungsbedingte chronische Erkrankungen trotz einer nicht optimalen Gesundheitsversorgung weltweit am niedrigsten.